Equipment Zwischenstand

Nun sind wir mehr als 60 Tage auf dem Trail unterwegs und wir konnten unser Equipment, mit welchem wir gestartet sind auf Herz und Nieren prüfen. Vieles ist wirklich Gold wert, einiges ist sicher  verzichtbar und wiederum anderes hat seinen Weg bereits aus dem Rucksack gefunden. Unabhängig davon kann ich aber sagen: es ist ein hartes Stück Arbeit. In erster Linie körperlich, dann mental und zuletzt spirituell. Von spirituell sind wir noch ganz weit entfernt, da wir die meiste Zeit damit beschäftigt sind einen Fuß vor den anderen zu setzen ohne andauernd zu stolpern und unsere Meilenanzahl zu erhöhen, was immer noch gar nicht so leicht ist. Kondition und sportlichkeit scheint uns nicht mit in die Wiege gelegt worden zu sein… Wir werden sehen, wie sich das noch entwickelt, vielleicht habe ich ja in Zukunft endlich abends genug Energie übrig, um wieder regelmäßig zu schreiben.
Nun aber wie versprochen die Gegenstände, welche ich auf keinen Fall missen möchte:
Regenschirm: Auch wenn das Wandern mit Schirm gewöhnungsbedürftig ist und an manchen Stellen auf dem Trail sogar hinderlich sein kann, hat er uns bisher bestmöglich trocken gehalten. Während andere in ihrer Regenkleidung ins Schwitzen kamen und nach einem Tag starkem Dauerregen in den Smokies entdecken müssen, wo die Schwachstellen in ihrer Kleidung sind, wurden wir gerade einmal an den Armen oder Beinen nass (bzw. hatten wie alle anderen auch Pfützen in den Schuhen…). Und was das wichtigste dabei war: Wir sind nicht ausgekühlt und mussten uns nicht verzweifelt um ein Minifeuer aufwärmen!
Raincover: Trotz Regenschirm haben wir immer noch das Raincover auf unseren Rucksack aufgezogen, da sonst die untere Hälfte früher oder später doch nass geworden wäre. Außerdem müssen wir unsere Rucksäcke immer in das Vorzelt legen und durch das Cover ziehen wir sie nicht durch den Dreck bzw. sie bleiben bei einem unerwarteten Regenschauer in der Nacht trocken.
Wasserfilter: Der Platypus Gravityworks hält genau, was er verspricht. Beutel mit Wasser befüllen, an Hoser oder Flasche anschließen und die Schwerkraft den Rest erledigen lassen. Das System ist leider etwas sperrig, aber ich will jetzt mal nicht meckern.
MSR Sandhering: Auch bekannt als der kleine Bruder des Klappspaten… Wir machen einen großen Bogen um die Privies und der Hering war uns bisher dabei eine große Hilfe. Während Andreas auch schon mal auf Stöcke zum Loch buddeln zurück gegriffen hat, ist das für mich keine Alternative. Dauert mir zu lange und die Hälfte der herum liegenden Stöcke ist meist eh morsch…
Feuchttücher: Gut, ist jetzt streng genommen kein Equipment, aber seit Wochen immer in unserem Rucksack. Sie ersetzen definitiv kein Wasser, aber für die Katzenwäsche am Abend reicht es alle mal. Auch wenn danach kein Wohlgefühl wie nach einer Dusche aufkommt kriecht man auf alle Fälle mit einem besseren Gefühl in den Schlafsack.

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Was hat sich bei euch so auf Wanderungen als unverzichtbar heraus gestellt oder was habt ihr vermisst? Demnächst schreibe ich dann über die Gegenstände, welche ihren Weg bereits aus dem Rucksack gefunden haben. Bis bald!
Eure Carina aka Acorn

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4 Kommentare zu „Equipment Zwischenstand

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  1. Das mit den Feuchttüchern ist eine gute Idee. Habe ich bis dato immer aus Gewichtsgründen draußen gelassen. Aber andererseits hatte ich auch immer den „Luxus“ einer Hütte. Und ich gehöre zur Fraktion der Regenkleidungsträger. Stimmt, irgendwann gibt auch die beste Regenkleidung auf. Und letztlich ist es auch egal, ob mal von außen (Regen) oder innen (Schwitzen) nass ist. Tja, aus was mag ich nicht verzichten: 1. Ein extra paar Socken muss immer sein. Nichts ist schlimmer als kalte, nasse Füße. 2. Ein Buch. Nach all der Natur um einen rum, tut es bisweilen gut, sich geistig anderweitig zu beschäftigen. 3. Das ist jetzt etwas peinlich, aber ich habe immer einen Handrasierer dabei. :-O Und das als Frau. Ups. Aber Haare unter den Armen finde ich ganz schrecklich. Und nachdem ich fast immer in Hütten absteige, ist das hin und wieder drin. Bei allem anderen (mal abgesehen von der Notfallausrüstung und Karten/Kompass) bin ich schmerzfrei. Euch weiterhin alles Gute. Liebe Grüße, Kerstin

    1. Schön, deinen Kommentar hier zu lesen, auch wenn ich jetzt etwas verwundert bin, dass ich deine Nachricht via der WordPress App nicht gesehen habe… Dann antworte ich eben jetzt:
      Regenkleidung war immer wieder Gespräch auf dem Trail, gerade da wir mit den Schirmen natürlich aufgefallen sind. Wir waren aber nicht die einzigen, offenbar werden es immer mehr Wanderer mit Schirm, kann aber auch gut die Argumente/Vorlieben für Regenkleidung verstehen.
      Zu den Tüchern: Die waren wirklich Gold wert, würde ich immer wieder so machen!
      Zu den Socken: wir hatten auch immer ein extra Paar dabei und in den Smokies war das für die Nacht auch bitter nötig. Da hat der Schuh nur noch gesuppt. War dann natürlich am nächsten Tag umso schlimmer, wieder in die klammen Socken und durchweichten Schuhe zu steigen. Aber sobald die Füße wieder einigermaßen temperiert waren, war das auch nur noch halb so schlimm.
      Zu dem Buch: Wir hatten ja beide ein Kindle dabei, haben aber so gut wie nie darin gelesen (Andreas mehr als ich), meistens an unseren Zeros. Würde ich für die Zukunft nicht mehr so machen, und das obwohl ich sehr sehr gerne lese. Dafür habe ich aber täglich für mich Tagebuch geschrieben, um später einmal den Verlauf der Reise noch einmal nachvollziehen zu können. Das hilft mir für die kommenden Blogeinträge sicher noch.
      Zu dem Rasierer: Den hatte ich nicht dabei, habe aber in Amerika einmal einen 3er Pack Einwegrasierer gekauft (Andreas hat mit einem kurzerhand auch seine Bartkontur etwas in Form gebracht) und der letzte ging dann in unserer Bouncebox voraus. Und ich gestehe, der ist mit uns nach Deutschland heim gereist. Auch wenn ich mich daheim (aka zivilisiert Welt) regelmäßig rasiere, war mir das auf dem Trail irgendwann schnurz-piep-egal. War wohl Teil eines Prozesses, denn eigentlich bin ich schon sehr eitel. Bin aber auch sehr froh, dass ich nicht Gefahr laufe, mit einem Wookiee verwechselt zu werden ;).
      Einen Kompass hatten wir übrigens auch nicht dabei, solange wir nicht irgendwelche Querfeldein-Touren machen sehe ich da in unseren Breitengraden auch keinen Sinn drin. Werde übrigens natürlich noch den ein oder anderen Eintrag zu Equipment, Essen, Tagesroutine etc. verfassen.
      Bis bald!

  2. Heho Acorn,
    ich habe was Regenkleidung angeht ein bisschen umgestellt. Bei Walmart oder Dollar General gibt es für 25 $ eine Togg Frogg Kombo aus Hose und Jacke. Die Hosenbeine habe ich ein bisschen eingekürzt, sodass es nur noch Shorts sind. Die Regensachen trage ich dann wenn alle anderen Klamotten gerade mal eine Runde im Schleudergang nehmen. Ansonsten kann ich für mich nur feststellen, dass ich im Regen ohne Regensachen Hike. Ich weiß wozu dann die Regenjacke? Ganz einfach um für den Notfall etwas gegen kalten Wind zu haben. Ich weiß ja nicht wo ihr gerade seid, aber hier in Virginia geht es irgendwie immer auf und ab und dann schwitzt man eh so stark das Hose und T-Shirt klatsch nass sind. Silent Force schwitzt sogar so stark das ihm das Wasser die Waden runter in die Schuhe läuft und alles überschwemmt. Außerdem nutze ich die Sachen als Kopfkissen. Warum macht ihr denn einen großen Bogen um die Privys? Meiner Erfahrung nach sind die eigentlich soweit ok, wenn sie nicht gerade an einer Stelle mit hunderten Day Hikern stehen (die wissen irgendwie nicht immer wie man so etwas wie ein normaler Mensch benutzt). Ich benutze ehrlich gesagt auch keine Feuchttücher, da das Wasser aus den Quellen ausreicht um die Arme und Beine zu mindestens vom gröbsten Dreck zu reinigen. Sauber wird man hier ja so oder so nur unter der Hoteldusche :-D.
    Viele Grüße TakeItEasy

    1. Die Frogg Kombi kenne ich, aber da wir ja den Schirm haben, sind die überflüssig. Wir werden meist eh nur Knie abwärts nass. Gegen den kalten Wind oder einen kalten Morgen haben wir nach wie vor noch unsere Flecejacken, die wir auch als Kissen benutzen. Zwecks fehlender Regenmontur haben wir einen Satz Stadtklamotten, purer Luxus aber damit fühle ich mich wenigstens halbwegs mal wie ein normaler Mensch. Kam uns jetzt hier in der Mt Lake Lodge sehr gelegen. Wir schwitzen schon recht in letzter Zeit, da wir aber die Aufstiege etwas langsamer angehen, haben wir nur mit den üblichen verschwitzten Schuhen zu kämpfen. Zu den Privys: Der Geruch kann einen morgens schon recht umwehen und einem schier das Frühstück wieder nach oben befördern… Und die, die ich betreten habe waren eher von der Sorte kurz vor voll oder verpisst (entschuldige bitte die deutlichen Worte) und da hat man als Frau (ich zumindest als kleine Person) keine Lust, auch nur annähernd mit seinem Allerwertesten nur annähernd in die Nähe zu kommen… Vielleicht hatten wir aber bisher auch nur so Ausreißer. Aber wie gesagt, ich fühle mich in den Wäldern ganz wohl und achte natürlich die Leave no trace Regeln. Wir steuern eh seit einiger Zeit Campsites an, wir haben seit den Smokies in keinem Shelter mehr geschlafen. Die Wasserquellen waren hier in letzter Zeit sehr sehr spärlich und oft mussten wir unser Wasser ein paar Meilen tragen, das ist glaube ich mindestens schon 3 Wochen her, dass ich mich an einem Creek etwas waschen konnte. Wir benutzen seit kurzem auch Deet, dass möchte ich ungern in den Fluss o.ä. waschen. Wie ergeht es dir so mit Stechfliegen und Co.? Sie scheinen uns zu lieben… Liebe Grüße, Acorn

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