Essen

Firstresupply

Viel haben wir während unserer Vorbereitung darüber gelesen und sehr habe ich mich darüber gefreut, endlich ungeniert Junk-Food und Snacks in mich hinein stopfen zu dürfen. Ganz ohne schlechtes Gewissen versteht sich. Der Körper braucht schließlich Kalorien und die soll er bitteschön auch bekommen.
Es stimmt wirklich, was man so liest. Die Gedanken kreisen ständig um Essen und Trinken und der gesamte Tagesablauf wird zum Teil um das Essen herum aufgebaut. Wie oft sind wir von einer Snackpause aufgebrochen und ich habe mich schon auf das nächste Päuschen gefreut. Wir oft habe ich von einer Apfelsaftschorle fantasiert. Was hätte ich nicht alles für frisches Obst und Gemüse gegeben. Ich habe während des Hikes sogar meine Abneigung gegen Erdnussbutter abgelegt, das sagt wohl einiges über die Genügsamkeit eines Hikers aus.
Ich kann mich noch gut an ein Gespräch in den Smoky Mountains mit BonBon, einer lieben Thru-Hikerin erinnern, in dem sie erzählte, dass der große Hiker-Hunger um die Meile 500 auftreten soll. Nun ja, das mag vermutlich ein statistischer Schnitt sein, aber ich bin bereits ab der ersten Nacht schlaflos mit knurrendem Magen im Zelt gelegen. Das hat sich aber mit der Zeit und angepasstem Speiseplan zum Glück erledigt. Während wir bei unserem ersten Einkauf in Atlanta noch recht überfordert waren, wurden auch wir mit der Zeit echte Profis, was den höchsten Kaloriengehalt pro 100 Gramm anbelangt. Ach ja: den Proteingehalt natürlich nicht zu vergessen.
So, jetzt gehts aber ans Eingemachte:

Frühstück: Während wir am Anfang noch das volle Programm mit Tee/Kakao nebst dem berühmten Oatmeal mit Chiasamen und Molkepulver hatten, haben wir recht schnell auf den Tee verzichtet (Schwarztee aus Plastiktassen schmeckt einfach nicht…), und irgendwann ist auch die Packung „Swiss Miss“-Kakao gleich mit in den Haferbrei mit eingerührt worden. Spart Zeit und Gas. Das Molkepulver kam auch immer weniger zum Einsatz, da es immer eine solch staubige und klebrige Angelegenheit war. Ist ja dann auch in einer Hikerbox gelandet. Unser Oatmeal-Favorit war dann recht schnell die Protein-Variante „Banana Nut“. War auch eine kleinere Verpackungseinheit mit 6 Päckchen statt 10, was uns natürlich gewichtstechnisch auch entgegen kam.
Da wir aber dadurch auch morgens immer abspülen mussten und Andreas das Oatmeal auch irgendwann nicht mehr sehen konnte (verstehe ich nach wie vor nicht, ich liebe Haferbrei. Am besten natürlich selbst gemacht!), gab es dann Tortilla-Wraps mit Erdnussbutter und/oder Nutella, Honeybuns (was für eine Kalorienbombe!) und Trockenobst. Um das Ganze etwas abwechslungsreicher zu gestalten, haben wir auch hin und wieder ein leeres Nutella-Glas (sind in Amerika aus Plastik) mit Marmelade befüllt und zusätzlich zu den Wraps Hot-Dog-Brötchen (schmecken leicht süß) gekauft. Die haben zwar nicht viele Kalorien, lassen sich aber dank hohem Luftgehalt prima zusammendrücken und nehmen nicht viel Platz im Rucksack weg und wiegen fast nichts. Somit hatte Andreas sein geliebtes Peanutbutter-Jelly-Frühstück. Ich habe mich morgens eher an das Nutella gehalten. Einmal sind wir während unserer ersten Woche ohne Frühstück los gelaufen und haben es sehr schnell bereut. Auch wenn es viele Mitwanderer so gehandhabt haben, wir haben morgens einfach etwas Anlaufzeit und die nötigen Kraftreserven gebraucht.

 

Snacks: Wir hatten ca. 2 bis 3 Snackpausen am Tag. Oftmals nach einer gewissen Kilometeranzahl oder an einer Wasserquelle eingeplant, aber oft kommt es ja anders als geplant. Das Wetter (zu nass, zu heiß…) und das Terrain (viele Aufstiege….) haben uns da immer mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht aber das war nicht weiter schlimm. Unsere Tagesration an Snacks hatte Andreas immer in seiner Rucksackaußentasche und hatte anfangs folgenden Inhalt: Snickers, M&Ms, Müsliriegel, Trockenobst (Kokos, Aprikosen, Bananen, Mango, Pfirsich je nach Verfügbarkeit), Macadamianüsse und Fruchtbrei aus der Tube für Kinder. Ersetzt wurde das Snickers dann ganz schnell durch die berühmten Cliffbars. Das Snickers hat einfach nicht lang genug satt gehalten und war gar nicht so viel billiger als der Cliffbar, welcher in vielen tollen Geschmacksrichtungen zu kaufen war. M&Ms haben letztendlich auch zu viel gewogen, da haben wir uns dann lieber an die Macadamianüsse gehalten. Auch wenn diese nicht ganz günstig sind, schlagen diese die M&Ms bzw. Erdnüsse was den Nährstoffgehalt anbelangt um Längen! Auch der leckere Fruchtbrei wurde nicht wieder gekauft, zu teuer und füllt den Magen nicht gut genug. Fester Bestandteil wurde dann auch der Müsliriegel „Sweet & Salty“ gab es günstig  in sämtlichen Supermärkten, hatte top-Werte und war auch noch lecker. Immer öfter fanden auch die berühmt-berüchtigten Honey-Buns den Weg in unsere Rucksäcke. Hin und wieder haben wir auch mit anderen Leckereien und Riegeln experimentiert, aber im Großen und Ganzen haben unsere Snack-Packs aus Cliffbar, Sweet&Salty, Trockenobst, Macadamias (falls verfügbar), Munchies-Käse-Cracker und Honey-Buns bestanden.
Trailmagic war natürlich ein Highlight! Insbesondere wenn es Obst gab. Ich bin immer noch gerührt von der Herzlichkeit und der Selbstlosigkeit der Trailangels. Eine eiskalte Cola und ein Apfel, Herz, was willst du mehr?

Abendessen: Vorweg ganz wichtig an alle Vegetarier da draußen: Es gibt keine einzige vegetarische Ramen-Sorte! Oftmals wurde mir die Geschmacksrichtung „Oriental“ empfohlen (sogar von einer Vegetarierin…), aber selbst hier ist Rinderextrakt enthalten. Was auch immer das sein mag…. Was war ich froh, dass ich aus Deutschland etwas Gemüsebrühe mit dabei hatte, denn, welch Wunder, auch das gibt es in Walmart und Co. nicht! Nur flüssig im Tetra-Pak. Die erste Gemüsebrühe in Würfelform habe ich in einem Bio-Supermarkt in Boston entdeckt. Da habe ich diese dann aber auch nicht mehr gebraucht…

Ganz klassisch: Kartoffelbrei (Idahoan buttery homestyle!), Knorr Pasta Side, Ramen. Hin und wieder gab es auch den Uncle Ben’s Reis, den haben wir aber immer gleich am selben Tag gegessen, da er doch recht schwer war. Die Udon-Nudeln fallen in die selbe Kategorie, haben wir auch nur einmal gekauft. Zu dem Kartoffelbrei gab es Käse am Stück (Swiss-Cheese o.ä.) und hin und wieder auch Salami für Andreas und wenn das Kochen zu lange gedauert hat, gab es als Vorspeise einen Wrap mit Erdnussbutter. Nachtisch gab es dann in Form von Honeybuns oder Trockenobst bzw. ganz ungeniert Erdnussbutter und Nutella direkt aus dem Glas.
An Gewürzen hatten wir Minisachets mit Salz und Pfeffer sowie nach Möglichkeit Majo dabei. Nachwürzen mussten wir eigentlich nur den Kartoffelbrei, für diesen war auch die Majo gedacht, hat das Ganze noch einmal kalorientechnisch aufgepeppt und hat sogar nicht allzu schlecht geschmeckt. Als meine Gemüsebrühe für die Ramen-Noodles zu Ende ging haben wir dann Tomatenmark gekauft (gibt es leider nur in der Dose…), diese doppelt und dreifach in Ziplock-Tüten gefüllt und verpackt und zusammen mit etwas Kräutergewürzmischung für Tomatensoße hatten wir im Nu Hiker-Spaghetti kreiert. Hat sogar ganz gut geschmeckt. Was war das für ein Fest, als wir sogar einmal Portionstütchen mit Chilipulver und Parmesan hatten! Kurzzeitig hat sich Andreas zum Würzen eine Flasche Tabasco gegönnt, war aber eigentlich zu schwer dafür, dass es nur alle paar Tage mal an die Ramen-Nudeln hin gekommen ist. Das war dann auch ein Fall für die Hikerbox.

Summa summarum kann ich sagen, dass ich es mir schlimmer vorgestellt habe, immer das Gleiche zu essen. Vor allem, wenn man eine gute Küche mit frischen Zutaten gewöhnt ist. Aber wie heißt es so schön: Hunger ist der beste Koch.

Hikerhunger!
Hikerhunger!
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